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Kommentar

 

Kleines Volksfest in der "Gefahrenzone"

Albert Wußlers Protestaktion "Ein Herz für unseren Kreisel" bringt 330 Unterschriften gegen Rückbau der Gestaltungselemente

 

"Ein Herz für unseren Kreisel", nennt Albert Wußler seine Protestaktion, um die schmucke Gartenlandschaft im L99-Kreisel zwischen Gengenbach und Reichenbach zu erhalten. 330 Unterschriften kamen beim Start der Aktion zusammen, die am Donnerstagabend (22.August 2013) zum kleinen Volksfest wurde. Bis 14. September sollen auf dem Bauernmarkt und in Geschäften weitere Untetrschriften folgen. 

"Achtung! Hier beginnt die Gefahrenzone": Mit Schildern wurden am Donnerstagabend die Autofahrer ironisch vor jenem §Gefährdungspotenzial" gewarnt, das auf Weisung der Europäischen Union das Verkehrsministerium in Stuttgart für alle Kreisverkehre an Landstrassen ausgemacht hat, deren Inneres mit harten Elementen oder Bäumen mit mehr als 10 cm Stammdurchmesser ausgestattet sind.

Der Kreisel der L99 zwischen Gengenbach und Reichenbach mit mediterraner Gartenlandschaft inklusiver kleiner Steintreppe und großer Amphore in der Mitte steht auf dieser roten Liste. Nachdem Bürgermeister Thorsten Erny, der gerade in Urlaub weilt, nach einer Prüfung am 25. Juli und Erhalt des Bescheids aus dem Landratsamt die darin geforderte Räumung angekündigt hatte, bildete sich Widerstand in der Bevölkerung.

Erst folgten Leserbriefe ans Offenburger Tageblatt voller Kritik und Ironie. Nun rief Albert Wußler zum öffentlichen Protest »Ein Herz für unseren Kreisel« auf und lud für Donnerstag zu einer 90-minütigen Protestaktion auf. Bereits zur Halbzeit hatte der Reichenbacher 180 Unterschriften für den Erhalt der Kreisel-Landschaft gesammelt. Derweil waren alle 120 Würste weg, die die Bäckerei Dreher spontan vor Ort zum Nulltarif grillte. Womit Markus Dreher, Mitglied des Gemeinderats, Wußlers Aktion unterstützte.

Wußler hatte zudem drei Schilder mit dem herzigen Motto gezimmert und sie an jene drei Stellen montiert, wo künftig die Ortsschilder stehen sollten, durch die der Kreisel eingemeindet wäre. Zudem legte er Skizzen mit dieser denkbaren Beschilderung aus. Dann wäre der Kreisel unantastbar, da die Verkehrsexperten besagtes »Gefährdungspotenzial« für Autofahrer, die – warum auch immer – in den Kreisverkehr rasen könnten, nur in außerörtlichem Kreisverkehr ausmachen.

Die Protestaktion ging in der Abzweigung vom Kreisverkehr über die Bühne, die fürs geplante Wohnbaugebiet »In der Spöcke« längst angelegt ist. »Wäre das Wohngebiet bereits bebaut«, so Reichenbachs Ortsvorsteher Markus Späth, »wäre das Versetzen der Ortsschilder kein Problem.« Dies sei auf Anfrage vom Landratsamt signalisiert worden, doch der »Ist-Zustand« entscheide. Theoretisch könnte es also sein, dass die Kreisel-Landschaft gerodet wird und dann, wenn die ersten Häuser am Hang und die Ortsschilder an neuer Stelle stehen, wieder nach Herzenslust aufgebaut werden könnte.

 

Viele Gegenargumente

Landschaftsgärtner Achim Fuchs, der die nun umstrittene Gartenlandschaft vor sechs Jahren auf eigene Kosten angelegt hat und seither pflegt, zeigte sich am Donnerstag »geplättet« von der Reaktion der Bevölkerung, die sich für den Erhalt seines Werks einsetzt. Die damalige Aufbauarbeit sei mit der Straßenverkehrsbehörde abgestimmt gewesen, sagte er. Und Späth merkte noch an, dass bei verkehrstechnischen Änderungen immer auch die Unfallstatistik ein entscheidender Faktor sei. Für Gengenbachs L99-Kreisel tendiere sie gegen Null in all den Jahren.

»Dieser Kreisel ist das Top-Thema, das derzeit in der Stadt heiß diskutiert wird«, sagte Mathias Schmidt. Der Vorsitzende der Werbegemeinschaft »Aktions-Team«, der die Kreisel-Gestaltung auch als schöne Begrüßung der Tourismusstadt Gengenbach sieht, lobte wie alle anderen unterschreibenden Besucher Wußlers Offensive: »Und eine solche Aktion kann letztlich nur privat initiiert werden.« Auch Ohlsbacher und Berghauptener stehen auf Wußlers Liste.

Der frühere Polizeihauptkommissar Wolfgang Kälble schüttelte den Kopf über den Erlass: »Damit wird alles über einen Kamm geschert – und das sollte nicht sein.« Frank Zimmermann, auch als Busfahrer viel unterwegs, verwies auf die »eigentliche Gefahrenstelle ein paar hundert Meter weiter am anderen Ende der Nordspange, denn bei der Kreuzung nach der Auffahrt von der B33 aus Richtung Gengenbach besteht dringend Handlungsbedarf, nicht am Kreisel.« Zudem könne er sich kaum vorstellen, dass der Europa-Park den Rückbau seiner äußerst aufwendigen Gestaltung des außerörtlichen Kreisverkehrs zwischen Autobahn und Rust zulassen werde.

Heute und an jedem Samstag bis 14. September baut Albert Wußler seinen Stand auf Gengenbachs Bauernmarkt von 10 bis 13 Uhr auf. Zudem liegen Listen in etlichen Geschäften aus.

 

Hintergrund: Die EU und der »Grundsatz der Verhältnismäßigkeit«

Bei der Prüfung der Sicherheit von Kreisverkehrsplätzen sollten die zuständigen Behörden in Baden-Württemberg nach den Worten von Verkehrsminister Winfried Hermann künftig stärker mit Augenmaß vorgehen. »Aus Sicht der Verkehrssicherheit ist eine hindernisfreie Kreismittelinsel zwar grundsätzlich die beste Lösung. Allerdings gibt es keine festen Regelungen, wonach bestehende Hindernisse wie Kunstwerke, Bäume oder Findlinge immer zu entfernen sind. Bei der Wahl des Mittels zur Verbesserung der Verkehrssicherheit muss der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit gewahrt werden«, erklärte Hermann am 5. Februar 2013 in Stuttgart.

 

Für das Ministerium ist entscheidend, dass die Verkehrssicherheit auf Landesstraßen optimal gestaltet ist – eine Vorgabe der EU von 2008, die in nationales Recht und Landesrecht umgesetzt wird. Verkehrssicherheit kann unter anderem gefährdet sein, wenn auf einem Verkehrskreisel ein starres Hindernis steht. Das Risiko beurteilen Experten vor Ort. In den meisten Fällen erfolgte der »Kreisel-TÜV« durch Sonderverkehrsschauen mit Vertretern der zuständigen örtlichen Straßenverkehrsbehörde, des Straßenbaulastträgers und der Polizei.

 

 

Zur Bilder-Galerie --> http://www.bo.de/mediathek/bildergalerien/protestaktion-ein-herz-fuer-unseren-kreisel

Zum Video -->  http://www.mittelbadische-presse.tv/video/23082013---Ortenau-in-100-Sekunden/ff454beb65af4efd0d7b1f701564a68c

 

Quelle: Artikel: Mittelbadische Presse

Video + Bildergalerie: Mittelbadische Presse

 

 

 

Letzte Aktualisierung: 06.01.2015 16:09:43

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